Diese Seite verwendet Cookies für Analysen, personalisierten Inhalt und Werbung. Durch die Nutzung stimmen Sie der Verwendung automatisch zu.

OKInformation
Teile diese Geschichte
ShareLikeShareTweetMehr

Pongauer Erfolgsgeschichten

Der Weg von Anna und Sepp Kreuzer...

...war kein direkter. Beides Agrarökonomen, beide ihre Ausbildung in Salzburg absolviert. Der Weg in Richtung Landwirtschaft war von Kindesbeinen an vorgegeben. Doch beide verschlug es in die Großstadt. Anna studierte in Bad Gleichenberg bei Graz, Sepp in Wien – Wien und Graz die zwei größten Städte Österreichs.

 

Anna setzte sich einige Jahre mit Ernährung und Tourismus auseinander, Sepp blieb bei der Bodenkultur. Beide ein abgeschlossenes Studium in einer wertvollen Kombination im Nachhinein betrachtet. Diese Lehr- und Wanderjahre kann man bei den beiden wörtlich nehmen. Lernen von Oktober bis Juni – Wandern von Juli bis September. Die Alm war von jeher Ihres. Die Karalm in St.Martin, eine Schweizer Alp im Safiental, die Unterennsalm/Aigenhütte in Flauchauwinkl … alles Stationen, die den Werdegang von Anna und Sepp beeinflussten. In der Schweiz sagen sie, wurden sie mit dem Milchvirus infiziert, der sie bis heute einfach nicht mehr loslässt. So errichteten sie 2014 ihre eigene Hofkäserei. Gemolken werden aktuell 40 Milchschafe, wobei stetig erhöht wird.

 

Am Hof angekommen, bauen Sepp Senior und Junior gerade einen überdachen Auslauf für mehr Schafkomfort. Sepp Senior noch keine sechzig und ein passionierter Jungviehzüchter, der in Maishofener Kreisen durchaus einen sehr guten Namen hatte. Er selbst ließ 2014 die letzte Kuh aus dem Stall und nahm die Schafe von Anna und Sepp Junior in Empfang. Respekt, Offenheit und Wertschätzung, welche nicht in jeder Bauernfamilie selbstverständlich sind, kommt einem da entgegen. Während Anna und ich die Käserei besichtigen, schreit Oma Maridi zum Mittagessen. Sie kommt einmal die Woche um Anna im Haushalt zu unterstützen. Oma Loisi kommt von einem kleinen Ausflug mit den Kindern Gregor, Miriam und Xaver zurück. Absolut genial, denke ich mir, die meiste Zeit mit den Kindern allein verbringend. Was sagt Anna dazu? „Ich könnte mir gar nix anderes vorstellen als in einer Großfamilie zu leben. Das alles hier würde nicht funktionieren, wären Sepp und ich alleine. Der Zusammenhalt ist das Wichtigste.“

 

Zurück zu den Wurzeln. Anna und Sepp lebten bis 2013 in Wien. Sepp beim studieren, Anna in der Tourismusbranche tätig. Ihre Lebensform auch nicht schlecht: eine Familien WG mit Annas Geschwistern Magdalena und Leonhard, welche ebenfalls in Wien studierten. Klein Gregor mitten drunter. „Das war aber so ein Punkt.“ sagt Anna, „Mir fehlte in der Tourismusbranche einfach die Erfüllung. Man hatte am Abend nichts in den Händen.“ Also machte ich einen weiteren Kaskurs und ging nochmal nach Deutschland auf einen Ziegenbetrieb um wieder einmal die Milch zu fühlen. Allein der Geruch, als ich in die Käserei kam. Sie lacht: „Das Ziel wurde immer klarer.“

 

2012 verbrachten Sepp und Anna den Sommer im heimischen Pongau auf der Alm, drei geleaste Milchschafe aus Niederösterreich im Schlepptau. Diese molken die beiden neben den Pinzgauer Kühen vom Almbauern. Natürlich konnten sie es nicht lassen und verkästen beides – die Milch vom Bauern seinen Kühen und ihre Milch von den drei Schafen. Auf die Brettljause kam auch beides – Käse von der Kuh und vom Schaf, ohne Auszeichnung und dann geben letztendlich die Gäste den weiteren Weg der beiden vor. Denn immer und immer wieder, wurden Sepp und Anna gefragt, was den das für ein guter Käse sei. Was wars? Der Käse von den drei geleasten Schafen!

 

Ihren Betrieb stellten die beiden nicht von heute auf morgen um, die beiden machten sich viele Gedanken. Sie begannen vor ein paar Jahren klein, nur Anna war zuhause bei den Kindern am Hof. Sepp ging weiterhin seiner Arbeit bei BIO Austria nach. Das war ihnen wichtig, sagt Anna, sie wollten jedenfalls ein zweites sicheres Einkommen haben, man weiß zu Beginn nicht, wie sich sowas entwickelt und wir haben einen kleinen jedoch sehr feinen Betrieb von Sepps Eltern gepachtet. Da muss man schon schauen, was man macht. Wertschätzung auf beiden Seiten.

 

„Die Entwicklung ist eine Gute.“ sagt Sepp, im Pongauer Bauernladen sitzend. „Der Bauernladen mit den Filialen in St. Johann und Scharzach eröffnete uns ganz neue Wege, viel Bekanntheit, neue Absatzmärkte. Neben dem lokalen Einzelhandel gibt es auch die - Next Day fresh Box – Anna verschickt ihre Produkte per Post und es gibt den Bauernladen – beides sind gute Möglichkeiten für einen Neustarter.“ Seit 2 Jahren im Vorstand tätig, treibt Sepp die Entwicklung im Bauernladen mit an. Eigentlich wollte man nur den bestehenden Folder aus den 90igern nachdrucken lassen als Sepp die Idee kam, mehr die Sicht von außen in den Laden einfließen zu lassen.

 

Der Pongauer Bauernladen würde ich sagen ist nämlich eine Institution mit eingefleischtem Publikum, eine Art Salzburger Schranne mitten im Pongau. Den kennt man, den schätzt man, da weiß man was man hat und das seit 20 Jahren. Sepp jedenfalls dachte sich er kontaktiert mal Leute, die den Bauernladen zwar nicht kennen aber viel Know How im Bereich des Marketings mitbringen. So geschehen im Frühjahr 2017. Die Schüler der FH Salzburg setzten sich nun ein Jahr lang mit den Pongauer Bauernläden auseinander. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Was sag ich? Sowas von sehen lassen!


Regionalität. Handwerk. Zusammenhalt.

1997 von einer Gruppe von Visionären rund um Obmann Rupert Emberger gegründet. „Viele von uns hatten bis dato mit der Vermarktung rein gar nichts am Hut, haben noch nie zuvor ein Produktetikett gestaltet aber wir probierten es“, erinnert sich Rupert. „Wir haben uns damals als gemeinnütziger Verein zur Direktvermarktung von bäuerlichen Erzeugnissen zusammengeschlossen. Das System ist bis heute das gleiche geblieben. Wir zählen 22 Mitgliedsbetriebe – aus St. Johann, Goldegg, Schwarzach/St.Veit, Gastein, Wagrein, Eben und Großarl. Wir achten darauf, dass jedes Mitglied seinen Absatz findet, nicht zu viele ähnliche Produkte im Laden stehen. Jeder soll seine Chance haben und sich entwickeln können. Produkte aus der Region – für die Region“.

 

„Das gilt auch für die Mitglieder selbst denke ich mir bei meinem Besuch im Bauernladen, das fasziniert mich: Jeder Betrieb, der seine Produkte anliefert kommt mit einem Einkaufszettel in der Hand und füllt die leere Kiste mit Produkten von den Kollegen wieder auf. Eine runde Sache, welche nicht überall so funktioniert, würde ich sagen.
Der Pongauer Bauernladen sucht dich übrigens noch! Mitglieder kann man nicht genug haben. Bei Interesse melde dich also bitte unter der angeführten Nummer. Solltest du einen Besuch in den Pongau planen – dann schau vorbei.

 

Öffnungszeiten Pongauer Bauernladen:

  • St. Johann (im Kultur- und Kongresshaus am Dom)
    Dienstag: 09.00 bis 17.00 Uhr, Freitag: 09.00 bis 18.00 Uhr
  • Schwarzach (gegenüber der Raika und Sportgeschäft Pointner
    Dienstag: 09.00 bis 17.00 Uhr, Freitag: 09.00 bis 18.00 Uhr

Bezugsmöglichkeiten „Großarler Schafkäse und Joghurt“:

  • Pongauer Bauernladen
  • ADEG Markt Pichler, Großarl
  • Lagerhaus Großarl
  • Bio Bauernhof Hintermann, Bad Hofgastein
  • ADEG Viehhauser Renate, Hüttschlag
  • Tauernlamm (Taxenbach, Zell am See, Schranne Salzburg)

Kontakt:

  • Rupert Emberger
    -43 664 4509653
  • Anna und Sepp Kreuzer
    -43 664 7868717

 








Zurück zum Magazin
Post von uns

Bleiben Sie immer auf dem Laufenden mit unserem kostenlosen Newsletter. Einfach anmelden und neue Rezepte, Gschichtn, Termine und vieles mehr per Mail bekommen.

 
 
Unser Newsletter informiert ab sofort 14-tägig über aktuelle Termine, liefert köstliche Rezepte und zeigt dir die Menschen, die hinter unseren wertvollen Produkten aus Salzburger Landwirtschaft stehen.
Salzburger Agrar Marketing
(LFS Winklhof - Direktion 1. Stock)
Winklhofstraße 10
5411 Oberalm
+43 624 / 52 04 07+43 624 / 52 04 07
[email protected]