Diese Seite verwendet Cookies für Analysen, personalisierten Inhalt und Werbung. Durch die Nutzung stimmen Sie der Verwendung automatisch zu.

OKInformation
Teile diese Geschichte
ShareLikeShareTweetMehr

Kann man sich ausschließlich regional ernähren?

Die Autorin machte den Test

Können Sie sich vorstellen, sich ein halbes Jahr ausschließlich von regionalen Lebensmitteln zu ernähren? Was bedeutet regional zu essen in der Praxis? Wann hat welches Obst oder Gemüse Saison? Ich und meine Familie haben das Experiment „Wir essen nur Regionales“ vor fünf Jahren gestartet und Antworten auf diese und weitere Fragen gesucht.

 

Das Projekt „Wir essen nur Regionales“

Das Thema Ernährung hat in unserer heutigen Gesellschaft zunehmend an Stellenwert gewonnen und beschäftigt uns auf vielfältigste Weise: in Kochsendungen im TV, Kochmagazine, Foodblogs im Internet oder auch in Gesprächen mit Freunden. Was wir essen und woher unser Essen kommt drückt  für viele von uns bereits eine Werthaltung aus: Du bist, was Du isst. Und so hat mich das Projekt „Wir essen nur Regionales“  der Salzburger Agrar Marketing und der Salzburger Bezirksblätter im Jahr 2012 so sehr interessiert, dass ich mich beworben habe. Das Ziel des Projektes war es,  bestmöglich nur Salzburger Produkte zu kaufen, zu verarbeiten und zu konsumieren, also so gut es geht, sich ein halbes Jahr aus Lebensmitteln aus der Region zu ernähren. Als Region wurde in erster Linie das Bundesland Salzburg definiert, konnte jedoch auf Österreich ausgeweitet werden, für die Fälle, in denen es nicht möglich war die Produkte aus Salzburg zu beziehen.

 

Orientierung – woher kommt das Produkt?

Was essen wir heute? Woher kommen die Zutaten? Sind sie aus der Region und wo kaufe ich sie ein? Zu Beginn des „Wir essen nur Regionales“-Projekts stand die Orientierung im Vordergrund. Zuvor hatte ich nicht sonderlich darauf geachtet, ob der Brokkoli oder der Salat aus Salzburg bzw. Österreich oder anderswoher stammt. Das hat sich schnell geändert. Wie auch zu Beginn die Dauer des Einkaufes, die sich auf einmal verdoppelt hatte, weil ich bei jedem Produkt das Kleingedruckte lesen musste, um zu erfahren woher das Lebensmittel bzw. der Rohstoff stammt.

 

Hofläden, Bauernmärkte – Alternativen zum Supermarkt

Wer sich ausschließlich regional ernähren will, kommt zwangsweise auf Alternativen zum klassischen Supermarkt: Besuche auf Bauernhöfen, einkaufen in Hofläden oder auf Bauernmärkten. Orte, an denen es insbesondere für Kinder immer etwas zu entdecken gibt. Diese hatten großen Spaß an diesen Ausflügen und waren schwer wieder ins Auto zu bekommen. Zum Glück hat sich in den letzten Jahren im Bereich der Verfügbarkeit regionaler Lebensmittel viel getan. In fast jedem Supermarkt gibt es ein Regional-Regal oder Lebensmittelmarken, welche auf den regionalen Ursprung des Produkts setzen.

 

Selbstgemacht schmeckt am besten

Was uns an dem Projekt sehr viel Spaß gemacht hat, waren die vielen „Küchenexperimente“ die wir zu Hause gemacht haben. So haben wir Brot gebacken, Butter geschüttelt, Eis hergestellt, Chips gebacken, Heidelbeermarmelade gemacht, Bandnudeln durch die Nudelwalze gedreht und Sauerkraut eingelegt. Meine Kinder hatten insbesondere Spaß beim Butter und Nudeln herstellen. Mir war und ist es auch wichtig den Kindern aufzuzeigen, wie Lebensmittel entstehen, wieviel Arbeit zum Teil dahinter steckt und ihnen dadurch eine Wertschätzung für das Produkt zu vermitteln. Das Brot backen habe ich bis heute beibehalten. Wenn ich am Wochenende vergessen habe Brot einzukaufen, rühre ich Samstagabend schnell den Teig zusammen und wir haben am Sonntag frisch gebackenes Brot zum Frühstück – was gibt es Köstlicheres.

 

Reine regionale Ernährung bedeutet aber auch Verzicht. Viele, der für uns zuvor gewohnten, Lebensmittel gedeihen nicht bei uns um die Ecke. Hand aufs Herz: Worauf wir beim besten Willen nicht verzichten konnten sind: Reis (Dinkelreis konnte meine drei Männer leider nicht überzeugen), Schokolade, Kaffee und hie und da eine Melone an heißen Sommertagen. Konsequent waren wir jedoch beim Nichtkauf von: Bananen, Mangos, Zitronengras, Ingwer, französischem Käse – alles Lebensmittel, die vor dem Projekt „Wir essen nur Regionales“ sehr wohl auf unserem Einkaufszettel standen.

 

Qualität, Geschmack und Frische regionaler Lebensmittel hat uns überzeugt

Abschließend lässt sich sagen, dass dieses halbe Jahr unser Bewusstsein für eine gesunde, regionale und nachhaltige Ernährungsweise weiter geschärft hat. Was wir zu unserer Freude auch geschafft haben: dass unsere Begeisterung für regionale und ursprüngliche Produkte auf viele Freunde und Bekannte übergesprungen ist.

 

Regionale Lebensmittel sind teuer? Zu unserem Erstaunen haben wir insgesamt nicht mehr und nicht weniger Geld für Lebensmittel ausgegeben. Dies liegt auch daran, dass wir  natürlich sehr bewusst eingekauft haben und das eine oder andere Produkt im Regal stehen geblieben ist, welches sonst wahrscheinlich in unseren Einkaufswagen gewandert wäre.

 

Spannendes Projekt mit Langzeitwirkung

Eines steht fest: es war eine spannende und interessante Erfahrung und für uns war das Ende des Projekts kein Ende für unseren Speiseplan. Wir ernähren uns weiterhin vorwiegend und so gut es geht regional.

 

Wir achten auf die Herkunft unserer Lebensmittel. Regionale Ernährung macht für mich einfach Sinn, wie für mittlerweile sehr viele Menschen, welche das Bedürfnis nach mehr Nähe zum Ursprung der Lebensmittelerzeugung haben – kurze Transportwege, weniger Verpackung, die Frische der Lebensmittel, die Stärkung der heimischen Landwirtschaft und last but not least – der Genuss.

 

Die Qualität und Frische von Lebensmitteln aus der Umgebung ist einfach unschlagbar. Wer jetzt Lust bekommen hat, mehr Regionales auf seinen Speiseplan zu setzen – hier gibt es eine Übersicht über aktuelle Bauernmärkte und Hofläden.

 

Fotonachweis: Marcella Steinmayer

 








Zurück zum Magazin
Post von uns

Bleiben Sie immer auf dem Laufenden mit unserem kostenlosen Newsletter. Einfach anmelden und neue Rezepte, Gschichtn, Termine und vieles mehr per Mail bekommen.

 
 
Unser Newsletter informiert ab sofort 14-tägig über aktuelle Termine, liefert köstliche Rezepte und zeigt dir die Menschen, die hinter unseren wertvollen Produkten aus Salzburger Landwirtschaft stehen.
Salzburger Agrar Marketing
(LFS Winklhof - Direktion 1. Stock)
Winklhofstraße 10
5411 Oberalm
+43 624 / 52 04 07+43 624 / 52 04 07
[email protected]