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Agrar-Landesrat Josef Schwaiger im Gespräch

Seit Juni 2013 ist DI Dr. Josef Schwaiger Mitglied der Salzburger Landesregierung. In seinen Zuständigkeitsbereich als Landesrat fallen Personal, Energie sowie Land-, Forst- und Wasserwirtschaft. Damit ist Dr. Schwaiger auch Obmann des Salzburger Agrar Marketing. Grund genug, ihn zu einem Interview zu treffen, um die Person hinter dem Politiker etwas näher kennen zu lernen.

 

Bei einem Gespräch mit einem Agrarlandesrat stellt sich natürlich gleich einmal die Frage: Woher kommt Ihr Bezug zur Landwirtschaft?

Als Flachgauer Bauernkind bin ich mit der Landwirtschaft aufgewachsen und habe dadurch von Beginn an einen Bezug dazu gehabt. Auch meine Schullaufbahn war eng mit der Landwirtschaft verbunden. Zunächst mit dem Besuch der Landwirtschaftlichen Fachschule Kleßheim und anschließend der Höhere Bundeslehranstalt Ursprung.

 

Und woher kommt Ihr Interesse für Politik?

Nach der Matura habe ich in Salzburg und Wien Politikwissenschaft sowie Agrarökonomik an der Universität für Bodenkultur studiert. Außerdem habe ich eine Ausbildung an der Agrarpädagogischen Akademie Wien absolviert. Ich war auch einige Jahre lang als Lehrer an der Höheren Bundeslehranstalt Ursprung tätig.

 

Das heißt, in Ihrer jetzigen Funktion können Sie alle bisher gesammelten Erfahrungen perfekt verbinden. Was ist für Sie als Obmann die Hauptaufgabe des Salzburger Agrar Marketing?

Unsere Landwirte leisten eine tolle Arbeit, was vielen oftmals gar nicht so bewusst ist. Ich sehe es als eine Aufgabe des Agrar Marketings, diese Menschen und das was sie tun und herstellen, vor den Vorhang zu holen. Mit der neuen Homepage www.salzburgschmeckt.at sind wir da auf einem sehr guten Weg.

 

Hat sich das Berufsbild des Bauern seit Ihrer Jugend und Ausbildungszeit verändert?

Ja, definitiv. Das beginnt schon bei der Ausbildung. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass wir in der Schule zwar gelernt haben z.B. zu melken, aber nichts über das Lebensmittel Milch. Oder wir haben Äpfel geerntet, aber nichts darüber gehört, was man daraus machen kann. Heute wird hier zum Glück umfassender und sehr praxisorientiert ausgebildet.

Auch das Berufsbild hat sich nahezu grundlegend geändert. Der Bauer von heute bzw. von morgen muss nicht mehr nur das Handwerk der Lebensmittelerzeugung beherrschen. Er muss sich auch vermarkten können, den Markt beobachten, schauen, was die Konsumenten wünschen und darauf reagieren.

 

Bewusst, gesund und regional ernähren liegt ja zur Zeit ziemlich im Trend. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Die Menschen haben eine große Sehnsucht nach dem Authentischen, dem Echten. Und wer könnte solche Sehnsüchte besser erfüllen, als die bäuerliche Kultur unseres Landes.

Ein Einkauf im Hofladen ist viel mehr als nur ein Einkauf. Man weiß, wo die Lebensmittel herkommen, die dann zu Hause auf dem Tisch landen. Und außerdem passiert da auch zwischenmenschlich viel. Wer beim Bauern ums Eck kauft, kennt ihn auch und man redet miteinander. An der Supermarktkassa geht das nicht.

Wer auf Bauernmärkten und in Hofläden einkauft, kauft nicht nur regional sondern auch saisonal. Hier werden Sie im Winter keine Erdbeeren im Regal finden, sondern genau das Obst und Gemüse, das gerade Saison hat oder lagerfähig ist. Hier wird auch Wissen vermittelt.

 

Wo kaufen Sie ein?

Wir versuchen, soweit möglich, im Umkreis von 10 Kilometern einzukaufen. In und rund um meine Heimatgemeinde Berndorf gibt es zum Glück vieles vor Ort. Das Brot etwa kaufen wir in der Bäckerei Thurnhofer. Exzellenten Emmentaler und Bergkäse gibt es in der Privatkäserei Walkner in Seeham und Fleisch beziehen wir vom örtlichen Bauern.

 

Und wer kocht bei Ihnen zu Hause?

Ich habe in meiner Wiener Zeit zwar kochen gelernt, bei uns zu Hause übernimmt diese Arbeit aber meine Frau.

 

Was kommt auf den Tisch? Was sind Ihre Lieblingsgerichte?

In Wahrheit sind es 10 bis 15 Gerichte, die regelmäßig bei uns zubereitet werden. Das wird in den meisten Haushalten nicht anders sein.
Grundsätzlich schätze ich die regionale Küche. Nach meinem Lieblingsrezept gefragt, fällt mir das Bratl meiner Mutter ein. Seit Jahren versuchen wir, es zu Hause annähernd so gut hinzubekommen – wir steigern uns langsam. Manche Gerichte gelingen einfach nur, wenn man es in einer größeren Menge zubereitet. Ein Schweinsbraten für zwei Personen kann gar nicht so gut schmecken. Auch Kaspress-Knödel mag ich sehr gerne und die Bratwurst der Fleischhauerei Ablinger. Aber auch ein einfaches Butterbrot ist ein besonderer Genuss.

 

Haben Sie eine Lebensphilosophie, die Sie abschließend unseren Lesern mit auf den Weg geben wollen?

Lebensphilosophie ist vielleicht zu hoch gegriffen, aber ich denke, was man gern macht, macht man gut. Das trifft auf nahezu alle Lebensbereiche zu, besonders aber auch auf die Landwirtschaft. Statt schneller, höher, weiter und mehr geht es um ein Zurückbesinnen auf das, was man hat. Erst mit einer gewissen Grundzufriedenheit, kann aus dem Bestehenden etwas Wertvolles entstehen.

 

Vielen herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!







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